| Bezeichnung: | Likör |
|---|---|
| Land: | Italien |
| Anbauregion: | Veneto |
| Nettoinhalt: | 0,70 l |
| Alkohol: | 17,0 % Vol. |
| Allergene: | Milch, Eiweiß |
| verantwortlicher Lebensmittelunternehmer: | Poli, Via Marconi 46, Schiavon (VI) |
Hersteller
Brennerei Jacopo Poli | Venetien
Poli im Veneto – wo Grappa Heimat hat
Wer im Veneto von Grappa spricht, denkt an die Gegend um Bassano del Grappa und den Monte Grappa – jenes historische Zentrum, in dem die Kunst der Trester-Destillation seit Jahrhunderten verwurzelt ist. Im nahen Schiavon, in der Provinz Vicenza, liegt die Brennerei Poli. Seit 1898 ist sie in Familienbesitz und zählt heute zu den wichtigsten handwerklichen Grappa-Adressen Italiens. Poli ist dabei kein folkloristisches Relikt, sondern ein lebendes Beispiel dafür, wie Tradition präzise und zeitgemäß weitergeführt werden kann.
Von 1898 bis heute – vier Generationen Grappaioli
Die Geschichte beginnt mit GioBatta Poli, der Ende des 19. Jahrhunderts mit einer mobilen Destille von Hof zu Hof zog und frische Trester direkt vor Ort brannte. 1898 gründete er die erste feste Brennerei in Schiavon. Von dort an ging das Wissen von Generation zu Generation weiter: Erfahrung im Schnitt der Fraktionen, ein Gespür für Rohstoffqualität und die stille Selbstverständlichkeit, dass Grappa nicht Nebenprodukt, sondern eigene Disziplin ist. Heute führen Jacopo Poli und seine Geschwister das Haus – mit Respekt vor der Herkunft und klarer Qualitätsidee.
Die Brenntechnik – Kupfer, Dampf und diskontinuierliche Destillation
Ein Herzstück der Poli-Identität ist die Technik. Die Brennerei destilliert bis heute in diskontinuierlichen Dampfbrennblasen aus Kupfer – eine aufwendige, langsame Methode, die heute nur noch wenige Häuser beherrschen. Die Anlage mit mehreren Kupferkesseln wurde über die Jahrzehnte gepflegt und weiterentwickelt. Sie erlaubt einen besonders feinen und aromenschonenden Auszug: nicht maximaler Ertrag, sondern maximaler Ausdruck.
Trester als Ursprung – Herkunft statt Resteverwertung
Poli versteht Grappa nicht als „Rest vom Wein“, sondern als zweite Erzählung der Traube. Entscheidend ist die Qualität des Tresters: frisch, sauber, sortentypisch. Dafür arbeitet Poli eng mit ausgewählten Winzern zusammen und bezieht Trester aus klar definierten Herkünften – von klassischen Veneto-Sorten bis zu renommierten Partnern. So entstehen Grappe, die nicht nur Rebsorte abbilden, sondern Stil, Jahrgang und Region spürbar machen.
Stilistik: präzise, duftig, nie scharf
Poli-Grappe sind bekannt für ihre Klarheit und Eleganz. Sie zeigen reife Frucht, florale und kräuterige Nuancen, oft einen feinen nussigen Ton – getragen von einem trockenen, sauberen Nachhall. Das liegt nicht an Tricks im Ausbau, sondern an Geduld beim Brennen und an Präzision im Cut. Holz wird eingesetzt, wenn es Tiefe schafft, nicht um Charakter zu kaschieren. Das Ergebnis ist ein Stil, der zugänglich wirkt und dennoch ernst genommen werden will.
Grappa als Kultur – die Poli-Museen
Dass Poli Grappa als Kulturgut begreift, zeigt sich auch außerhalb der Destille. 1993 gründeten Jacopo Poli und seine Frau Cristina das Poli Grappa Museum in Bassano del Grappa; später kam ein zweiter Standort in Schiavon hinzu. Hier wird Grappa nicht als Kuriosität gezeigt, sondern als Teil venezianischer Identität – vom historischen Brenngerät bis zur modernen Stilentwicklung.
Warum Jacopo Poli so gut zu Grappa-Liebhabern passt
Poli ist ein Haus für Menschen, die Grappa nicht „wegtrinken“, sondern entdecken möchten. Die Destillate sind präzise, aromatisch offen und dabei frei von Schärfe. Sie bewegen sich zwischen Handwerk und Eleganz – mit einer warmen, menschlichen Handschrift, die in jedem Glas spürbar bleibt. Wer feine Grappe mit Herkunft, Klarheit und Tiefe sucht, findet in Jacopo Poli eine der verlässlichsten, zugleich spannendsten Adressen Italiens.
